Verträge betriebliche Altersvorsorge

Der Presse war zu entnehmen, dass es bei Ergo beim Verkauf von Verträgen zur betrieblichen Altersvorsorge in einigen Fällen zu Unregelmäßigkeiten gekommen sei. Der Ergo Konzern habe mit Unternehmen zuerst Rahmenverträge für bestimmte Altersvorsorgeprodukte abgeschlossen, die den Betriebsangehörigen besonders günstige Konditionen einräumten. Anschließend hätten jedoch die Versicherungsvertreter diesen Rahmenvertrag ignoriert und den Kunden Einzelverträge zu schlechteren Konditionen verkauft. Die Motivation für diese Übervorteilung der Versicherungskunden lag in den höheren Provisionen, die von den Versicherungsvertretern auf diese Art eingestrichen werden konnten. Die Gesamtsumme des Schadens, den die Versicherten so erlitten haben, ist bis jetzt allerdings noch nicht berechnet worden. Der Ergo Konzern hat eine spezielle Arbeitsgruppe gegründet, die sich im Detail mit diesem Fehlverhalten seiner Mitarbeiter beschäftigen soll. Immerhin sei jetzt schon klar, dass bei 160 Unternehmen Versicherungsverträge geschlossen worden seien, die nicht zur Größe des Betriebes passen.

Sowohl der Bundesverband der Verbraucherzentralen als auch der Bund der Versicherten zeigte sich empört über diese Praktiken des Ergo Konzerns. Sie werfen den internen und den externen Kontrollen der Versicherungsbranche in diesem Fall völliges Versagen vor. Der Versicherungsfachmann Lars Gatschke, der für den Bundesverband der Verbraucherzentralen tätig ist, nahm diese Enthüllungen zum Anlass, das herrschende Provisionssystem für Versicherungsvertreter grundsätzlich zu kritisieren. Nach seiner Meinung würde es die völlig falschen Anreize geben. Eine Begrenzung der maximal erzielbaren Provisionen solle dieses Problem lösen. Die Allianz Versicherung hat bereits ein derartiges Provisionssystem: Bei ihr bekommt der Vertreter für jeden abgeschlossenen Altersvorsorgevertrag ein Provision in derselben Höhe.

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